Rebhuhn_Kette Foto C. Gelpke Rebhuhn_Kopf Foto Bastian Meise HGON_Logo_Reiher

Dramatische Ergebnisse und einzelne Lichtblicke

Foto von C. Gelpke
Karte Ergebnis Erläuterungen zur Ergebniskarte:
Grau unterlegt sind die Quadranten der TK 1:25.000, in denen während der ADEBAR-Kartierung von 2005 bis 2009
in Hessen Rebhühner nachgewiesen wurden.
In Grün sind die in ornitho archivierten Rebhuhnmeldungen ab dem Jahr 2012 dargestellt, einschließlich der Ergebnisse des Jahres 2018.
Rot sind diejenigen Minutenfelder gekennzeichnet, in denen erfolglos nach Rebhühnern gesucht worden ist.
Vor allen in den Randbereichen der Verbreitung ist somit ein sehr deutlicher Rückgang erkennbar.
Rebhuhn_1
Die Beteiligung an der Kartierung des Rebhuhnbestandes in den Halbminutenfeldern war sehr umfangreich und engagiert.
Herzlichen Dank allen, die mitgeholfen und so unseren Wissenstand enorm verbessert haben!

Insgesamt wurden 294 Halbminutenfelder (jeweils ca. 1 qkm) für eine Bearbeitung reserviert, in ornitho liegen 556 Einträge aus den Monaten März und April vor.
Davon waren 298 Nullmeldungen. Insgesamt wurde die beeindruckende Zahl von 302 Halbminutenfelder bearbeitet!
Das ist eine sehr gute Datenbasis, so dass die hier dargestellten Ergebnisse als sehr solide einzustufen sind. Dabei erfolgte in 79 Halbminuten ein Nachweis von Rebhühnern.
Maximal waren es bis zu 12 rufende Männchen in einer Fläche, meist jedoch nur eines (in 46 Fällen). 12 x waren es zwei, 8 x drei, 6 x vier, 2 x fünf und je einmal 6, 7, 10 und 12 Rufer pro Halbminutenfeld. Insgesamt konnten so 171 revierhaltende Rebhähne erfasst werden. In der weit überwiegenden Zahl der kontrollierten Flächen (n = 223 Halbminuten) konnten jedoch keine Rebhühner angetroffen werden.

Die Vergleichsuntersuchungen auf Probeflächen, von denen Erfassungen vom Beginn der 1990er Jahre vorliegen, zeigen in acht Gebieten auf gut 4.800 ha,
einen dramatischen Rückgang von 294 Revieren (Summe der Maximalwerte der seinerzeit drei Erfassungsjahre)
auf aktuell nur noch etwa 35 Reviere und damit eine Abnahme von knapp 90 % in nur 25 Jahren!
Weiterhin liegen ergänzend 118 Brutzeitmeldungen in ornitho vor, die sich auf 191 Rebhühner beziehen.

Insgesamt konnten somit knapp 400 Rebhuhn-Reviere in Hessen bestätigt werden. Nach den vorliegenden Meldungen gibt es in Hessen
noch wenige größere und zahlreiche kleine Vorkommen, doch sind offenbar auch viele Bestände in den Randlagen des Verbreitungsgebietes erloschen.
Auch wenn es somit noch vereinzelt Bereiche mit größeren Vorkommen gibt, ist das Ergebnis der Erfassung eindeutig: nur noch umfangreiche Naturschutzmaßnahmen in der Ackerlandschaft können das Aussterben des Rebhuhns in weiten Teilen Hessens verhindern.